In Belgrad, der Hauptstadt Serbiens, haben wir ein sehr günstiges Appartement bezogen. Wir waren davon so angetan, dass wir kurzerhand unseren Aufenthalt um eine Nacht verlängert haben.

Belgrads Festung in all ihrer Pracht

Danach ging es weiter zum vielleicht bisher schönsten Teil unserer Tour: Dem Nationalpark am Eisernen Tor. Als wir dort wegen der sengenden Sonne eine Mittagspause in einem kleinen Ort einlegen, fahren auf einmal zwei Reiseradler vorbei. Es sind Franzosen. Sie warten gerade auf zwei andere Radler, mit denen sie zusammen ans Kaspische Meer wollen.

Wie sich herausstellt, teilen wir ein Stück der Route. So fahren wir sechs einen Nachmittag zusammen und campen an einem wunderschönen Strand direkt am Donauufer. Dabei feuert Raphael am Abend unser erstes Lagerfeuer an – einfach herrlich! Gefahr ging davon allerdings nicht aus, denn in der Nacht verkleinerte sich unser Strand um etwa einen Meter, weil die Donau durch einen ca. 75km entfernten Staudamm bis zu uns rückgestaut wurde! So war am nächsten Morgen sowohl unser Lagerfeuerplatz, als auch Raphaels Zelt unter Wasser gesetzt!

Der nächste Tag wird sehr bergig. Weil wir etwas langsamer fahren als die Gruppe, splitten wir uns auf und pedalen gemütlich den “Pass” hinauf, während die anderen eine ausgedehnte Mittagspause machen. Die Aussicht ist traumhaft und wir genießen unsere wiedergewonnene Flexibilität sehr.

Als wir uns nach der Abfahrt wieder mit den anderen treffen, sind wir auf einmal acht Radler – zwei weitere Franzosen haben sich unserer Gruppe angeschlossen. Ein Anwohner beobachtet das freudige Wiedersehen und lädt uns darauf direkt auf einen “Rakja” ein. Wir trinken jeder 1-3 Stamperl Schnaps und fahren danach gut gelaunt über die Grenze nach Rumänien. Dort spielen wir erstmal eine Partie Fußball gegen rumänische Jungs, die wir im Elfmeterschießen knapp verlieren! Nach einer weiteren super Übernachtung an einem kleinen Flüsschen trennen sich am nächsten Tag unsere Wege wieder.

Unsere Erwartungen an Serbien waren quasi nicht vorhanden. Ehrlich gesagt haben wir uns gedacht, dass das Land eher langweilig sein muss, weil man so wenig davon hört. Die Woche im Land hat uns aber eines besseren belehrt: Serbien ist abwechslungsreich, gastfreundlich und wunderschön wild.